The Thiams

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Artist:     The Thiams
Album:     Ko Ok
VÖ:         22.03.2013
Label:     Ko Ok Entertainment / Cargo Records

So schön klingt nur Berliner Schnauze:
Wer macht heute denn noch wohlgefällige Musik? Musik, die man dankbar genießen kann. Einsaugen, verschlingen, einfach freudestrahlend konsumieren darf. Die Thiams machen sie und sie machen uns damit glückselig. Sie haben eine Platte ausgeheckt, die in der Jogging-Hose auf dem Sofa genauso schön klingt, wie sie es beim Schwofen in einer rauchigen Bar nach Mitternacht kann. Die Musik der Thiams ist eine Allzweckwaffe, ein multi-purpose Instrument, die Lösung für alles, wonach sich jeder Mensch sehnt. Weil sie von Stimmen getragen wird, die direkt ins Herz gehen. Ko OK ist ein höchst angenehmes Album, das nichts verlangt und keine Bedingungen stellt, ganz im Gegenteil, Ko OK bereichert das Leben eines jeden Hörers mit jeder Note, in jedem Moment. Und zwar maximal. Denn The Thiams liefern einfach ab. Weil sie es können und weil sie es genau so wollen.

Die beiden Soul-Schwestern N’gone und Boussa Thiam haben sich für ihr Debut-Album viel Zeit genommen und dabei alles richtig gemacht. Zusammen mit Produzent Jerry Schmidt Jr. haben sie nicht eine Spur von Langeweile auf ihrem Tonträger zugelassen. Jeder Augenblick des Albums kommt von Herzen, nicht eine Sekunde wurde nachlässig in der Kitsch-, Quatsch- oder Knödelecke liegen gelassen. Ko OK ist uplifting & down to earth. Ein Album, das frisch und leicht daherkommt. Das von modern America bis nach Mutter Afrika schwingt. Hier trifft fröhliche Mädchenmusik auf verruchte Damen. Hier steht Disco-Laszivität direkt neben ganz großem Soul (as in: Soul, der die Seele berührt). Es wird gestompt und gekichert. Mit Melodie und Flow spornen die Stimmen den Groove an. Ass moving Uptempo and downright heart stirring slow-motions. Nie aufgesetzt, immer relaxed, durchweg lässig und ohne dass Vorbilder durchstinken. Und die beiden haben sicher ihre Mary J. und ihre Missy E. gelernt. Aber Bandbreite heißt auf Ko OK beileibe nicht Beliebigkeit. Die Variabilität der Thiams ist die unschuldige Folge daraus, dass die Schwestern aus einem riesigen Pool von Ideen schöpfen, denn sie sind Sängerinnen mit einem großen musikalischen Background.

Apropos Background. Hat N’gone gesungen, bei Seal, Mando Diao und als glitzernde Stimme von Jan Delays fulminanten Disko No.1 Live-Shows. Gemeinsam mit Boussa hat N’gone ohnehin schon immer gesungen. Bis beide gefühlt haben, dass genau jetzt die Zeit richtig ist, selber ganz vorne zu stehen. Mit einem selbst komponiertem Album, das exzellent produziert ist, von Hiphop-Koryphäe Tropf gemixt wurde und nun aus dem Käfig gelassen wird. Ein Album, das so luftig daherkommt wie ein frischer Sommermorgen. Mit zwei Stimmen, die so schön klingen, wie man es aus Berlin kaum erwarten würde. 2013 kann nur gut werden. Say Yeah Yeah.

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