Suns Of Thyme

Suns of Thyme - Album Cover

Artist:     Suns Of Thyme    
Album:     Fortune, Shelter, Love and Cure
VÖ:         15.11.2013
Label:     Motor

Zwischen Pink Floyd und Tame Impala – das Berliner Quartett Suns Of Thyme mit ihrem neo-psychedelischen Debütalbum “Fortune, Shelter, Love and Cure”.

Das Debütalbum symbolisiert mehr oder weniger die kreative Schöpfung in der Welt jeder jungen Band. Es steht für das Ende einer bestimmten Phase und ist gleichzeitig verheißungsvoller Beginn – konserviert das erste Album doch einen großen Teil der gemeinsamen Vergangenheit, der noch ohne Öffentlichkeitsscheinwerfer auskam. Es ist diese Zeit der absoluten Freiheit, der Selbstfindung und unbekümmerten Suche nach dem eigenen Sound. Während die einen ihren ungeschliffenen Diamanten mit rebellischer Verve versuchen zu polieren, gibt es Bands wie Suns Of Thyme, die mit einer Mischung aus stilsicherer Demut und kenntnisreichem Selbstbewusstsein bereits mit den ersten Klängen Magie versprühen.

Suns Of Thyme sind Tobias Feltes (Vocals & Gitarre), Tim Hoppe (Gitarre), Jens Rosenkranz (Bass) und Jascha Kreft (Drums & Backing Vocals). Das Berliner Quartett konnte sich in der Hauptstadt bereits einen veritablen Ruf erarbeiten, unter anderem als Support für die britische Band TOY und neben Brian Jonestown Massacre, Kadavar und Camera waren sie auf der 8MM Musik-Compilation vertreten. Auch wenn die vier jungen Herren allesamt in ihren Mittzwanzigern stecken, klingt ihr Sound überraschend erwachsen: Neben der Verehrung psychedelischer Helden, umweht die Musik von Suns Of Thyme sowohl die dreckige Garage als auch die Anfänge der Krautrock-Ära und die verrauchten Ecken der Shoegaze-Variante des Stoner Rock.

Natürlich waren alle vier bereits in anderen Gruppen aktiv, doch nachdem die langjährigen Schulfreunde Jens und Tobi aus ihrer Heimatstadt nach Berlin zogen und auf den Gitarristen Tim stoßen, nahm das neue Bandprojekt konkrete Formen an. Nach einer langen und verzweifelten Suche fanden sie schließlich bei einem Konzert ihren neuen Drummer Jascha. Ja, das ist Berlin: Knotenpunkt, Kreativhort, eine (mitunter) lose Anhäufung von Talent und Geburtsort von Suns Of Thyme.

Ihr Debütalbum “Fortune, Shelter, Love, and Cure” ist nicht nur in Eigenregie entstanden, sondern ein Ergebnis von beinahe intuitiver Fügung: Dabei hört man den 10 Songs deutlich an, dass Suns Of Thyme keine Band ist, die sich lediglich zum Jammen trifft. Schon der Albumtitel versucht alle wesentlichen Wurzeln des menschlichen Glücks aufzugreifen – wie ein Kelch, den jeder für sich mit Inhalt und Bedeutungen füllen muss. Natürlich lassen sich für ihre LP die Schubladen Psychedelic Rock, Shoegaze oder New Weird Indie öffnen. Sowohl Genre- als auch Retro-Debatten können bitte andere führen. Wichtig ist was Suns Of Thyme aus ihren Inspirationen machen, welche Bedeutungen sie ihnen zuweisen.

Auf der treibenden Single “Soma (God For Gods)” ist der LoFi-Charakter genauso sekundär wie das Spiel mit den Pedalen, vielmehr treffen mitreißende Harmonien, hypnotische Passion und pulsierende Rhythmen des Quartetts sofort unser Begeisterungzentrum. “The Years We Got Are Not Enough”, der einzige Song auf dem Drummer Jascha im Vordergrund singt, ist ein elegisches Manifest über das Erinnern, das Schwärmen und das Glück, das Leben in all seinen Mikrokosmen zu genießen. Ihre Songs verfolgen dabei keine gängigen Schemen, das rastlose Lamento “The Way” oder das Mantra-getränkte “Asato Maa” hinterlassen eindrucksvolle Visitenkarten in bewusstseinserweiternde Gefilde. Spätestens mit dem Abschluss “Earth, Over.” breitet sich der Wille eines ihrer imposanten Konzert zu besuchen komplett aus. Am Ende steht die Frage, wann ein Debüt dermaßen ehrlich, gleichzeitig roh und unmittelbar, immer aber bunt und entdeckungsreich klang? “Fortune, Shelter, Love, and Cure” ist ein analoges Kleinod aus euphorischer Hingabe, unverfrorener Unabhängigkeit und energetischer Sucht.

Das wunderschöne Cover für das Album wurde von Lionel Williams gestaltet. Der Künstler und Produzent aus Los Angeles ist der Enkelsohn des Film-Komponisten John Williams und gibt dem analogen Klang von Suns Of Thyme ein perfektes und sehr ansehnliches Äquivalent.

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