Sebastian Hackel

Soll die Welt sich_Single Cover

Artist:     Sebastian Hackel
Album:     Tageszeitenkurier
VÖ:         11.04.2014
Label:     Welcome Home Music / Rough Trade

Sollte Ihnen demnächst ein junger Mann barfuß, mit blonden Dreadlocks und geschulterter Gitarre begegnen, grüßen Sie SEBASTIAN HACKEL doch bitte von uns! Aber womöglich kennen Sie den Herrn schon. Spätestens seit seinem Auftritt bei „Inas Nacht“ ist Sebastian Hackel vielen ein Begriff, weit über die Grenzen seiner selbstgewählten Heimatstadt Dresden hinaus. Oder vielleicht haben Sie noch ein Gespräch mit Tom Liwa in Erinnerung, der Sebastian Hackel nicht nur auf Grund seiner Musik und seiner Poesie respektvoll auf Augenhöhe begegnet, sondern ihn auch als Menschen schätzt; als charakterstarken, selbstbewussten und zielstrebigen Mittzwanziger, der „alternativ denken und leben“ nicht mit „saisonales Betreiben eines Stadtgartens“ übersetzt, sondern in den kreativen Motor und unbedingten Anspruch der eigenen Existenz.

Menschen zu begegnen, sich mit ihnen auszutauschen, sei „wie einkaufen“, sagt Sebastian Hackel. „Ich nehme nur das mit, was ich mir leisten kann und mich am meisten beeindruckt. Alles andere ist für andere und bleibt beim Gegenüber.“ Sehr schlaue Methode. „So bleibt’s im Kühlschrank immer frisch und lecker.“
All diese Begegnungen hinterlassen Eindrücke und Spuren, die Sebastian Hackel meist dann verarbeitet, wenn er ganze Vormittage unter der Dusche verbringt oder allein, mit einem alten Stuhl in seinem alten Kleinwagen, die Autobahn nach Tourplan bereist. In Kombination mit der vorbeifliegenden Landschaft entstehen Bilder in seinem Kopf, die sich später als Lieder wie ‘Laufband’ oder ‘Soll die Welt sich’ aus seinem Inneren mischen, die er wie lang gereifte Früchte seiner Gedanken nur noch zu ernten braucht. Bittersüße Oden aus Aufbruch, Veränderung und dem Wunsch, dabei immer Kind bleiben zu dürfen.

„Barfuß laufen“, sagt Sebastian Hackel, fühlt sich an, „wie damals ein Tag im Freibad“. Aufmerksamer sei man, wenn man ohne Schuhe durchs Leben läuft. „Manchmal sind es nur Kleinigkeiten wie Temperaturunterschiede auf dem Kopfsteinpflaster“, so Hackel. „Aber man nimmt seine Umgebung, die Umwelt anders und direkter wahr, wenn man sie mit nackten Füßen berührt.“
Haben wir das früher nicht alle gerne getan, als Kind? Herumtoben, balancieren, Grenzen ausloten und uns dabei wehtun, stoßen und fallen, die Haut aufreißen und an Grinden pulen? Sebastian Hackel hat sich einiges davon bewahrt. Nicht als barfuß durch die Welthüpfender Freigeist, sondern als ein Künstler, der sich verboten hat, erwachsen zu werden. Als ein junger Mann, der sich fragt, wie er es sich trotz all der Ansprüche, der Verantwortung, der Organisation von Job und Alltag ermöglichen kann, naiv und neugierig zu bleiben. Nicht abzustumpfen, aufmerksam mit angeschalteten Sinnen durchs Leben zu schreiten. “Gefährdet“ sei das kindliche Wesen, sagt Sebastian Hackel, „und zu sehr Zukunft, als dass es in vager Erinnerung verloren gehen darf.

“TAGESZEITENKURIER – Ein passender Titel für das erste Bandalbum eines Künstlers, der am liebsten dann seine Lieder schreibt, wenn es dunkel ist. Das kann nachts genauso sein wie frühmorgens, bevor die Sonne aufgeht und die Stadt um ihn erwacht. Diese Stille und die ruhige Vertrautheit, die ihn beim Schreiben umgibt, transportiert Sebastian Hackel auch in seinen Songs. Die unaufgeregten, stets von leichter Melancholie getragenen Melodien, gepaart mit seinen nachdenklichen, vom eigenen Unterbewusstsein gelenkten, Texten, machen TAGESZEITENKURIER zu einem der aufregendsten und anspruchsvollsten Alben, die jüngst von einem deutschsprachigen Künstler veröffentlicht wurden.

Fast ein Jahr arbeitete Sebastian Hackel an den Liedern für sein zweites Album. Die Frage, die er sich dabei immer aufs Neue stellte, war, wie er seine persönlichen, auf eigenen Erfahrungen basierenden Entwürfe in ein allgemeingültiges Format übersetzt; wie er aus seinen privaten Skizzen ein für jeden offenes und eigenes Buch zeichnen könnte. Ein dabei stets wiederkehrendes Element ist Hackels schon immer empfundene Furcht davor, sich anderen Personen anzuvertrauen. Ein Seele reinigendes Gespräch nicht nur zu suchen, sondern auch führen und genießen zu können. Was der Volksmund gemeinhin als „introvertiert“, gar „misanthropisch“, bezeichnen würde, gipfelt bei Sebastian Hackel in der Angst, der Phobie davor, sich falsch oder missverständlich auszudrücken, und somit falsch angenommen zu werden. Entsprechend kathartische Wirkung hat für ihn das Schreiben seiner Lieder. Schließlich gibt es ihm a) die Möglichkeit, seinen Gefühlen und Gedanken Struktur und Stimmung zu verleihen, und b) kann sich jeder das aus Hackels Stücken herausfiltern, was jedem für sich am wichtigsten erscheint. So wird der TAGESZEITENKURIER nicht nur zum Medium seines Erschaffenden, sondern zu Gedankenbote und Ideenversand für jeden, der „alternativ denken und leben“ nicht mit dem Betreiben eines Stadtgartens frankiert.

09.04.14 Chemnitz – Weltecho
10.04.14 Erfurt – Museumskeller
11.04.14 Stuttgart – Merlin
12.04.14 Offenburg – Spitalkeller
13.04.14 Frankfurt – Brotfabrik
14.04.14 Köln – Subway
15.04.14 Aachen – Franz
16.04.14 Bremen – Kito
17.04.14 Kassel – Kulturzentrum Schlachthof
18.04.14 Berlin – Privatclub
19.04.14 Dresden – Beatpol
22.04.14 Leipzig – Täubchenthal
23.04.14 München – Vereinsheim
24.04.14 Hagen – Kulturzentrum Pelmke
26.04.14 Saarbrücken – Sparte 4
18.05.14 Hamburg – Knust Open Air
19.07.14 Glauchau – Schlosshof Forderglauchau

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