Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi

Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi_Cover

Artist:     Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi
Album:     Expedition ins O
VÖ:         12.04.2013
Label:     Keismusik / Soulfood

Das Drumherum:
Im April 2012 brachten die Berliner Brüder Shaban und Käptn Peng ihr Album „Die Zähmung der Hydra“  heraus. Direkt aus dem Presswerk in die Plattenregale, nahezu ohne Promo, Schnickschnack und Marketingkampagne. Der Musikexpress vergab eilig noch fünf Sterne („Rappen übers Rappen steht beim Käptn nicht im Bordbuch, stattdessen Erkundungen der eigenen Psyche und lyrische Forschungsreisen in die deutsche Semantik. Es ist nicht zu fassen: Intelligenter deutscher Rap ist möglich.“)
Ihre Fangemeinde war bis dahin ausschließlich übers Internet gewachsen und bescherte ihnen trotz wenig medialer Aufmerksamkeit fast durchgehend ausverkaufte Clubs.

Diesmal wollen sie es größer angehen und haben sich mit drei Freunden zu einem Kollektiv zusammengeschlossen: den Tentakeln von Delphi. Diese sehr besondere Liveband hat ihren vollkommen eigenen Klang gefunden, der sowohl aus den unterschiedlichsten musikalischen Stilen, als auch aus der ungewöhnlichen Instrumentierung hervor geht: Aus Haushaltsartikeln wie Bürsten, Töpfen, Gabeln, einem Koffer, einer Stahlsäge, drei Fahrradklingeln und vielem mehr baut sich die filigrane Percussion zusammen – für den nötigen Bass im Beat hingegen sorgt Shaban, der auf einem Plastikkübel aus dem Baumarkt und mehreren Snares trommelt. Der Bassist spielt auf einem 2.000 Jahre alten Kontrabass aus Mammutbaumholz, der mit Saiten aus Meerschweinchen-Darm bespannt  ist. Peng schickt seine Stimme gerne über durch Gitarrenverstärker und der Gitarrist steckt sich für manche Lieder Feuerzeuge zwischen die Saiten, damit der Ton nicht so schön klingt.

Nachdem sie in dieser Konstellation 2012 Clubs und Festivals zum Beben brachten, zogen sie sich zuerst in ein altes Hörspielstudio zurück, um dort aufzunehmen und kehrten dann für Post-Produktion und das Mischen in Shabans Studio heim, wo schon die Hydra entstand. So stampften sie innerhalb von einem dreiviertel Jahr in kompletter Eigenregie das erste “Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi”-Album aus dem Boden, wofür sie sich vom Aufnahme- und Mixing-Prozess bis hin zum Videomachen alles selbst beibrachten.

Das Album:
Ihre Expedition findet in selbstgebauten Booten statt, ihre Route führt in unbekanntes Gebiet. Der Kompass hat seine reine Hiphop-Nordung abgelegt und schlägt immer mehr in die unterschiedlichsten Richtungen aus: von südländischem Western-Disco-Country über Indie-Dubstep-Punk bis hin zu zerbrechlichen Balladen und akustischen Hiphop-Brettern vom Planten Omega. Texte über Wahnsinn, Erleuchtung, Socken, Monster, Kugelschlucker und unterhaltsamen Schwachsinn.

Das obligatorische Interview:

Käptn Peng, warum?
Wegen dem Grund.

Und weshalb ins O?
Weil es da schön ist. (Und dort höchstwahrscheinlich der Urgrund allen Daseins zu finden ist).

Und warum ausgerechnet HipHop?
Hiphop ist ein Araberhengst der meist von Kameltreibern geritten wird.

Shaban, diesmal hast du nicht alleine produziert, sondern alle fünf Tentakel zusammen. Wie war das für euch?
Die beiden Platten gehören auf eine Art zusammen. Das Material darauf ist in einer bestimmten Zeit um das Projekt Peng entstanden und war so reichhaltig, dass man da locker zwei Platten draus machen konnte: eine elektronische und eine akustische. Bei der „Expedition“ wollten wir, wie bei der „Hydra“ auch, von Anfang an alles unbedingt in Eigenregie verwirklichen und keinen Produzenten einstellen, der unser Album “macht”. Wir haben eine ziemlich genaue Vorstellung, wie wir klingen wollen. Dazu möchten wir keine Diskussionen und Kämpfe um Marketing, Zielpublikum oder sonstige Verkaufstrategien. Der Luxus der Selbstbestimmung: es geht vor allem um die Musik. Und da keiner von uns bis dato ein Album in dieser Größenordnung gemacht hatte, mussten wir tatsächlich alles selbst rausfinden. Das hat zwar Zeit gekostet, führte aber dazu, dass unser Album nun so klingt wie wir es haben wollen.

Peter, Du bist für die feineren Percussions zuständig. Da ist dann über Kuchenblech, einem alten Koffer oder abgewetzten Besen eine Menge obskures Zeug dabei. Wie pflegt man solche Instrumente richtig?
Nun ja, natürlich immer mal gut zureden und ansonsten auf stets ausreichende und vor allem regelmäßige Mikrofonierung achten. Den Rest machen die Kleinen dann schon ganz von alleine. Viel wichtiger ist es jedoch, immer auf dem Laufenden zu bleiben und aktuelle Trends der Szene kritisch zu verfolgen. So gehört der wöchentliche Gang in den Haushaltswarenladen des Vertrauens in meinen Augen ebenso zum guten Stil, wie das Besichtigen der Auslagen der örtlichen Baustellen. Vor allem auf Saisonalität und Regionalität lege ich dabei großen Wert.

Moritz, dein Gitarrenspiel umfasst so viele Stile wie Stimmungen. Hast du musikalische Einflüsse die du nennen magst um so eine Bandbreite zu füllen?
Das Schöne an unserer Band ist ja, dass wir uns an keinerlei stilistische Regeln halten müssen. Die Musik und der Text finden ganz natürlich zusammen. Wenn wir das Gefühl haben, ein Text passt am besten zum Sound einer Countryband, die statt Instrumenten nur Müll in der Hand hat, dann machen wir das so. Wir können HipHop-Elemente benutzen oder Punk Rock, Jazz und Noise, da wir uns keiner Tradition verpflichtet fühlen. Letztendlich probieren wir, aus allem Schönen, das uns begegnet, unser eigenes schmackhaftes Gericht voller Augen und Fangarme zu kochen.

Boris ist Bassist und live der dicke Leuchtturm am Bühnenrand. Was passiert denn auf euren Konzerten genau?
Man kann schon sagen, dass Die Tentakel von Delphi live eine recht krasse Energie entfesseln, sobald sie auf der Bühne stehen. Wir haben oft auch mehrere Impro-Parts im Set, wo auch mal jemand aus dem Publikum mitmacht oder sonstwas passiert. Das kann auch mal nach hinten losgehen, macht aber immer wahnsinnigen Spaß. Leider ist bei unseren Konzerten schon mehrmals mein Kontrabass zu Bruch gegangen. Darum hab ich mir jetzt einen Sperrholzbass besorgt. Da kann dann auch mal ein Fan drauf fallen, ohne dass dem Instrument was passiert.

Naja, das klingt doch alles ganz prima soweit. Viel Erfolg Euch jedenfalls!
Danke, bis bald!

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